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Mikropfahlgründung für historisches Eiswerk

Stump-Franki sichert Tragfähigkeit des Fundaments

Für die Nachgründung des Eiswerks stellte das Spezialtiefbau-Team innerhalb von 3,5 Wochen rund 2.450 m Mikropfähle her. © Stump-Franki

Im Eiswerk, ab 1880 von Carl Linde neben der Münchner Paulaner Brauerei am Auer Mühlbach errichtet, wurde bis 1971 das Eis zur Bierkühlung erzeugt, zum Schluss beherbergte es eine Mikrobrauerei der Paulaner-Gruppe. Nun wird das Eiswerk von der Bayerischen Hausbau für den Bauherren, die Paulaner Brauerei, nach einem Entwurf des Büros Steidle Architekten saniert und zu einem modernen Veranstaltungsort mit einer Fläche von 562 m² umgebaut. Generalunternehmer ist die Baugesellschaft Rank GmbH. Da die alten Fundamente für die neuen Anforderungen nicht ausreichend dimensioniert waren, erfolgt die Lastabtragung über eine neue Bodenplatte, sowie 183 in Kopfbalken eingebundene Mikrobohrpfähle. Die Niederlassung München der Stump-Franki Spezialtiefbau GmbH wurde mit den Gründungsarbeiten beauftragt, Stump-Franki Planung übernahm die Umplanung der Gründungspfähle von verrohrt gebohrten GEWI-Mikropfählen auf das System Ischebeck TITAN.

Neue Heimstatt für einzigartiges Industriedenkmal

Die Au rund um den Nockherberg ist ein bedeutender Teil der Münchner Biergeschichte. Hier brauten die Paulanermönche das berühmte Salvator-Starkbier und begründeten die spätere Paulaner Brauerei. An diesem Ort steht die älteste, am Originalstandort erhaltene Linde-Kältemaschine der Welt. Nachdem die Brauerei an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen war, zog die Produktion ab 2015 schrittweise in den Münchner Westen. Auf 90.000 m2 freigewordenen Grundstücksflächen entwickelte die Bayerische Hausbau ein Stadtquartier für bis zu 3.500 Menschen. Die Paulaner Brauerei errichtete an der Ohlmüllerstraße einen modernen Verwaltungssitz.

Beschränkte Arbeitshöhe als Herausforderung

Gegenüber, auf der anderen Seite des Auer Mühlbachs, entsteht zudem eine Kindertagesstätte neben dem historischen Eiswerk. Nach umfangreichen Abbrucharbeiten blieben zwei erhaltenswerte Fassaden der ehemaligen Braumeistervilla und ein Teil des Lindeschen Eiswerks mit Kältemaschine und Kappendecke auf dem Baugelände stehen und werden in die neuen Bauwerke integriert. Für die Nachgründung des Eiswerks stellte das Spezialtiefbau-Team innerhalb von 3,5 Wochen rund 2.450 m Mikropfähle, System Ischebeck TITAN, mit Durchmessern 52/26 bis 73/53 und Längen von 11 m bis 17 m her. Im historischen Teil des Gebäudes mussten rund 350 m Mikropfähle unter beschränkter Arbeitshöhe fertiggestellt werden. Eine Herausforderung, bei der die Vorteile der Ischebeck-Mikropfähle voll zum Tragen kamen: Sie konnten zeitsparend und mit kleinem Bohrgerät, das von den Expertinnen und Experten perfekt an die beengten Bedingungen vor Ort angepasst wurde, eingebaut werden.