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Sichere Pfahlgründung unter Eisenbahnbetrieb: Stahlrohrpfähle für Brückenwiderlager in Bayern

Der Stahlrohrpfahl nach DIN EN 12699 eignet sich besonders für Gründungen unter beengten Platzverhältnissen, da zur vorhandenen Bebauung nur geringe Abstände erforderlich sind. Weil es sich hierbei um einen Verdrängungspfahl handelt, ist das Pfahlsystem ohne Bodenförderung ideal zum Einsatz bei kontaminierten Böden geeignet. Darüber hinaus ist die Aufnahme von horizontalen Lasten und Biegung möglich. Bei einer Pfahlgründung für zwei Brückenwiderlager einer Eisenbahnüberführung in Niedermoos, Bayern, setzte Stump-Franki den Stahlrohrpfahl sicher ein.

Die Rammarbeiten wurden direkt neben der Bahnstrecke mit ausreichend Abstand zur Oberleitung ausgeführt. © Stump-Franki

Sichere Ausführung direkt an der Bahnstrecke

Bei der Eisenbahnüberführung Niedermoos in der Nähe von Murnau am Staffelsee wurde Stump-Franki mit der Pfahlgründung für zwei Widerlager beauftragt. Die Arbeiten sollten direkt an der Bahnstrecke unter laufendem Betrieb ausgeführt werden. Dabei musste auf ausreichend Abstand zu den Oberleitung geachtet werden. Stump-Franki ist für diese Arbeiten bei der Deutschen Bahn präqualifiziert.

Reibungslose Durchführung mit kompaktem Gerät

Die sichere Pfahlherstellung erfolgte auf bewährte Art und Weise: Ein Anfängerrohr, welches am Fußpunkt verschlossen ist, wurde mittels Innenrohrrammung in den Boden eingebracht. Bei Bedarf können Verlängerungsrohre aufgesetzt und umlaufend verschweißt werden, so dass der Arbeitsablauf fortgesetzt werden kann. Ist die Endtiefe erreicht, wird ein Bewehrungskorb eingestellt und das Rohr ausbetoniert. Alternativ kann auch zuerst betoniert und anschließend nur eine konstruktive Kopfbewehrung in den frischen Beton gesteckt werden. Mit einem kompakten und leistungsstarken Rammgerät, der IHC Fundex CP25D, konnten die 12 Pfähle je Widerlager sicher hergestellt werden. Der Grund für den Einsatz des Fundex CP25D: Es wies die entsprechende Größe auf, die für dieses Projekt nötig war, und konnte Tiefen bis zum Ende des Bärseils (35 Meter) herstellen. Bei einer Pfahllänge von rund 24 Metern wurden die Stahlrohre mit 406 mm Durchmesser jeweils zweimal gestoßen und verschweißt.

Nachtarbeit ermöglichte unveränderten Bahnbetrieb

Die Ausführung erfolgte von September bis November 2020 mit zwei Kolonnen, die teilweise auch in Nachtschichten arbeiteten. Der Grund für die Nachtarbeit: Lediglich zwischen 0:40 Uhr und 4:40 Uhr fuhren keine Züge auf der zu arbeitenden Strecke. In diesem Zeitfenster war es möglich, Material für den Arbeitstag vom Bahnhof ins Baufeld mit dem Zwei-Wege-Bagger zu fahren. Nach Abschluss der Pfahlarbeiten führte Stump-Franki auf beiden Seiten des Widerlagers eine Abdichtungssohle im DSV-Verfahren aus, um den von Strabag Rail hergestellten Spundwandkasten auch von unten gegen eindringendes Wasser zu schützen.

Bauen im Bestand ist immer eine besondere Herausforderung. Welche Lösungen die Expertinnen und Experten von Stump-Franki anbieten, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe des Stump-Franki reporrts – Bauen im Bestand.

Freigelegte Stahlrohrpfähle im Spundwandkasten.  © Strabag Rail

(Bild für vergrößerte Ansicht anklicken).